Adventseinstimmung


An der Schwelle der „stillsten Zeit im Jahr“
Zum Adventssingen des Volks-Chors Bammental-Reilsheim

Mit seiner Darbietung am 1. Advent-Sonntag in der gut besuchten Katholischen Kirche  St. Dionysius, Bammental, wollte der Volks-Chor Bammental-Reilsheim seinen Mitbürgern Einkehr und Besinnung ins Bewusstsein rufen. Und das mit einem vielschichtig angelegten musikalischen Programm, das weite Kreise ansprechen sollte.

Nicht allein der gemischte Chor und der Frauenchor waren für die Einstimmung in die vorweihnachtliche Zeit berufen. Man hatte dafür auch in Detlev Michalke einen namhaften Organisten, der in Bammental bereits bekannt ist, gewinnen können, sowie die zahlreiche Zuhörerschaft mit  eingebunden.

Die Orgel hatte, wie so oft, zu feierlichen Anlässen, den Vorrang. Zur Eröffnung fand der Organist von den sechs Schübler-Chorälen Johann Sebastian Bachs  das Vorspiel zu „Wachet auf“ als das geeignetste. Zumal die Gemeinde anschließend eingeladen war, in den Gesang des Chorals einzustimmen.

 

 

 

Nach den „Gedanken zum Advent“, vorgetragen von Hildegard Marschar, war der Gemischte Chor  gefordert. Unter der Leitung seines Dirigenten Gerald Drebes eröffnete er die Darbietung mit der in Kirchenchören bekannten und beliebten Komposition eines unbekannten Meisters aus dem 15. Jahrhundert: „Alta Trinita beata“, ein Loblied auf die göttliche Dreifaltigkeit. Mit dem anrührenden  „Weihnachten bin ich zu Haus“ wagte man dann schon einen Vorgriff auf das nahende Fest. Wer konnte Feste  schlagkräftiger, doch zugleich kultivierter und homogener mit seiner Musik gestalten als Georg Friedrich Händel. Sein „Tochter Zion, freue dich“ aus „Judas Makkabäus“ interpretierte der Chor anschließend mit straffer, akzentuierter Diktion der musikalischen Texte.

Mit „Jingle bells“, dem amerikanischen Pendant zur „Stillen Nacht“, hatte die Gegenwart den Chor eingeholt. Es war allerdings eine deutschsprachige Variante und ein Chorsatz von Dieter Schäfer-Bettin. Melodie und Rhythmus klangen in der Interpretation des Volks-Chors allemal verführerisch winterlich.

Der Frauenchor unter dem Dirigenten Gerald Drebes hatte sich für drei Chorlieder von Alex Link in der Bearbeitung von Manfred Bühler entschieden: „Von fern klingt leise eine Melodie“, „Glaube, Liebe Träume ...“ und „Schenke uns deinen Frieden“.  Für die volksliedhafte Melodik  dieser Chorvorträge eignete sich vorzüglich die Geschmeidigkeit der Interpretation. Übrigens war Gerald Drebes, als aufmerksam formender Dirigent, durchwegs bedacht auf lebendiges, spannungserfülltes Musizieren sowie auf vorbildliche Textgestaltung.

Detlev Michalkes Orgeleinlagen waren eine Bereicherung des Abends. Als bachkundiger Organist widmete er sich auch weniger bekannten Orgelkomponisten , wie Friedrich Wilhelm Zachow oder Franz Xaver Anton Muschhauer. Nicht destotrotz  ließen die Pastoralvariationen des Letzteren,  vor allem aber die Dritte Weihnachtssuite von Claude Balbastre aufhorchen. Das nachdenkliche Hineinhören des Interpreten in das Werk, seine nuancenreich feinsinnige Registerwahl und lebendige Geläufigkeit wurden zum Erlebnis.

Nach dem Schlusswort des 1. Vorsitzenden des Volks-Chors, in dem Hans-Jürgen Siffling sich bei allen Mitwirkenden und beim Publikum bedankte, und  nachdem die Gemeinde das „Macht hoch die Tür“ angestimmt hatte, war es dem Organisten gegönnt, mit Improvisationen zu diesem Choral und instrumentaler Fülle den Abend ausklingen zu lassen.          E.L.