Vereinsausflug 2010


Der Volks-Chor in Südtirol

Ein jährlicher Höhepunkt für unsere Mitglieder ist immer wieder der Volks-Chor-Ausflug. Dieses Mal machten wir uns auf, um Südtirol zu erkunden. Der Wetterbericht sagte uns für die nächsten Tage in Südtirol bestes Ausflugswetter vorher. Aber erst galt es die Regenfront am Nordstau der Alpen zu unterfahren. Und siehe da, nachdem wir den ersten Alpenkamm hinter uns gelassen hatten, lachte schon die Sonne aus den Wolkenlücken. Das Wetter wurde immer besser und bis zur Mittagszeit herrschte in Innsbruck das südliche, sonnige Alpenwetter vor. So konnten wir unseren ersten Besichtigungspunkt, die Glockengießerei Grassmayr in Angriff nehmen.

Geführt vom Senior der Gießerei, bei dem man fühlte, dass das Glockengießen seine Berufung war und er mit Herzblut dabei war, wurden wir in die Historie und die Technik des Glockengusses eingeführt. Bereits seit 14 Generationen ist diese Gießerei in Innsbruck ansässig. Entwickelt hatte sich die Glockengießerei aus einer Henkelgießerei (An den Henkeln waren früher die Kochtöpfe über dem Feuer aufgehängt). Als der damalige Geselle auf Wanderschaft nach Köln ging, lernte er dort die Kunst des Glockengießers. Daraus hat sich im Verlauf von über 400 Jahren eine in der ganzen Welt anerkannte und geschätzte Glockengießerei entwickelt, die aber immer noch traditionell die Gießformen aus Lehm und Wachsverzierungen herstellt. Beeindruckt vom Rundgang durch das Museum, bei dem die Materialien zur Glockenformherstellung erklärt wurden, verschiedene Glockenmetalle mit deren speziellen Klängen eindrucksvoll zu hören waren, sowie frisch gegossene Glocken - direkt von der Lehmform befreit oder bereits geputzt und auf Hochglanz poliert - zu sehen waren machten wir uns auf zur Besichtigung von Innsbruck, der Landeshauptstadt Tirol's.

Frau Elisabeth Grassmayr führte uns zu den wichtigsten historischen Sehenswürdigkeiten der Stadt. Stationen des Rundgangs zeigten uns die historische Stadtmauer, die heute fast nicht mehr sichtbar ist, da sie in die Bebauung integriert wurde. Die Gassen der Altstadt, die Annasäule, die Hofkirche, sowie das Goldene Dachl (ein Prunkerker - mit 2657 feuervergoldeten Kupferschindeln, der von Kaiser Maximilian I. in Auftrag gegeben wurde) konnten wir bestaunen. Versorgt mit vielen historischen Daten, Hintergründe und Geschichten, die uns Frau Grassmayr zu jeder Station zu erzählen wusste, machten wir uns nach einer Kaffeepause über den Brenner auf nach Südtirol. Der Brenner ist die schon seit vielen Jahrtausenden wichtigste Verbindung von Nord nach Süd durch die Alpen. Schon die Römer ließen die damals unbefestigten Pfade zu schmalen, aber steilen Straßen ausbauen. Heute ist sie eine bequeme, auf vielen Stelzen lagernde Autobahn.

 

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Im Hotel angekommen staunten die Reiseteilnehmer über das moderne und bestens ausgestattete Hotel, in dem wir untergebracht waren. Versorgt wurden wir mit einem leckeren 5-Gänge Menü. Danach nutzte mancher noch die lauen Temperaturen um auf der Terrasse des Hotels bei einem Gläschen Wein den Tag ausklingen zu lassen.


Am nächsten Tag machten wir uns nach einem ausgiebigen Frühstück auf nach Schloss Schenna bei Meran. Dort begrüßte uns der Burgherr, Graf Franz von Spiegelfeld und führte uns durch die Räume des Schlosses. Die Waffenkammer zeigte die unterschiedlichsten historischen Waffen der Bauern und Soldaten aus vielen Jahrhunderten. Die weiteren Säle zeigten verschiedene historische Gemälde, originale Möbilierungen der damaligen Bewohner. Auch ist hier im Schloss die größte private Sammlung zu Andreas Hofer, dem Südtiroler Freiheitskämpfer zu sehen.

 

Als nächste Station steuerten wir die berühmten Gärten bei Schloss Trautmannsdorf in Meran an. Auf vier verschiedenen Themenpfaden konnte man nach Lust und Kondition die Gärten erwandern. Durch die Waldgärten mit Miniaturwäldern, die Sonnengärten mit mediterranem Flair, die Wasser- und Terrassengärten und die Landschaften Südtrirols führten uns die Wege. Schwindelerregende Aussichtsplattformen boten einen Ausblick über die gesamte Gartenlandschaft und weit über Meran hinaus. So beeindruckt von den Schönheiten, die die Meraner Umgebung zu bieten hatte, kehrten wir zum Hotel zurück, wo es sich einige nicht nehmen ließen, zur Abkühlung ein Bad im Hotel-Pool zu nehmen.

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Der dritte Reisetag wurde von unserem Südtiroler Reiseleiter Kurt gestaltet. Kurt, ohne Helm und ohne Gurt - wie er sich selbst bezeichnete – führte uns mit witzigen Bemerkungen durch seine Südtiroler Heimat. Er zeigte uns die Hauptstadt Bozen der autonomen Provinz Südtirol mit dem Dom, der Franziskaner-Kirche mit dem angrenzendem Kreuzgang und dem Archäologischem Museum, das die Mumie des Gletschermanns „Ötzi“ beherbergt. Während der Busfahrt durch die Südtiroler Weinbaugebiete erklärte Kurt die historischen Abläufe um und in Südtirol seit der Entstehung der Grafschaft Tirol, den Befreiungskriegen, bei denen sich die Bauern - geführt von Andreas Hofer - erfolgreich gegen bayrische Heere in Übermacht durchsetzten, dem Verrat an Andreas Hofer und die Abtretung an Italien nach dem ersten Weltkrieg.

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Nach so vielen historischen Informationen mussten wir uns wieder stärken. Deshalb steuerten wir eine mitten in Weinbergen gelegene Burg zur Mittagsjause an. Bei kühlem Wein und einem Vesperbrett voll mit Tiroler Speck und deftigem Brot ließen wir es uns nicht nehmen, unserem Reiseleiter Kurt ein Ständchen zu bringen. Das „Badner Lied“ wurde als Gruß aus Baden nach Südtirol gebracht. Frisch gestärkt brachte uns nun der Bus zum Kalterer See. Dort wanderten wir eine Strecke bei herrlichem Sonnenschein durch die angrenzenden Weinhänge dem Strand am Kalterer See zu.

 

Am nächsten Morgen bedauerten alle Reiseteilnehmer, dass wieder die Heimreise angetreten werden musste.Man machte sich ernsthafte Gedanken, ob man nicht verlängern könnte. Aber die Pflicht rief doch die Meisten wieder nach Hause. Als kleiner Trost legten wir in Wattens in der Nähe von Innsbruck einen Halt bei den „Swarovski Kristallwelten“ ein. 1995 wurde diese Kristallwelt anlässlich dem 100-jährigen Bestehen der Fa. Swarowski von Andre Heller geschaffen. Es zeigt in mehreren Themenräumen die kristallene Träume einiger namhaften Künstler.

Aber dann mussten wir doch Heim fahren. Nach einer weiteren Rast in Weinsberg, wo wir zu Abend aßen, kehrten wir gegen 22.00 Uhr müde, aber um viele Eindrücke reicher nach Bammental zurück. Alle Reiseteilnehmer dankten noch einmal den Organisatoren der Reise, Herrn Ronald Stoll und Herrn Eberhard Steinmann für die interessante, unterhaltsame Reise, die perfekte Organisation und die sichere Fahrt.