Vereinsausflug 2011


Vereinsausflug nach Belgien

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Nach vielen interessanten Reisezielen des Volks-Chors im Inland und den östlichen und südlichen Nachbarländern (Tschechien 2009 und Südtirol 2010) fuhren wir in diesem Jahr in ein nordöstliches Nachbarland. Belgien, oder genauer gesagt Wallonien, bot viele historisch und landschaftlich interessante Anlaufstellen, um wieder einmal allen Reiseteilnehmern einen lehrreichen und unterhaltsamen Ausflug bieten zu können.

Pünktlich um 7.00 Uhr startete der Bus der ES-Touristik von Eberhard Steinmann gen Norden. Unser erstes Reiseziel Aachen erreichten wir nach einer angenehmen Busfahrt gegen 12.00 Uhr. Hier wartete auch schon unsere Stadtführerin, um uns die Sehenswürdigkeiten von Aachen näher zu erläutern. Aachen, das nicht an einem historisch wichtigen Verkehrsknotenpunkt oder an einem  strategisch wichtigen Platz liegt, erreichte seine Berühmtheit durch seine heißen schwefelhaltigen Thermalquellen, die schon von den Römern und später vom deutschen Adel für Badanlagen genutzt wurden. Demzufolge begann unser Stadtrundgang auch am Elisenbrunnen, der aufgrund des schwefelhaltigen Thermalwassers aus der Kaiserquelle einen „zarten“ Duft verbreitete. In der Stadt konnten auch die bekannten Aachener Printen, gekostet werden. Unser Weg führte uns weiter zum Aachener Rathaus, in dem zur selben Zeit die Verleihung des Karlspreises an Jean-Claude Trichet stattfand. Wegen der Sicherheitsmaßnahmen, die hierfür aufgebaut waren, konnten wir nicht direkt ins Rathaus gelangen. Wir bahnten unseren Weg durch die Menchenmassen vor dem Rathaus, die der Preisverleihung per Videoleinwand lauschten und gelangten so zum Aachener Dom. Dessen acht-eckiger Kuppelbau, der etwa im Jahr 800 fertiggestellt wurde, war rund 400 Jahre lang der größte frei schwebende Kuppelbau  nördlich der Alpen.

Beladen mit diesen Eindrücken machten wir uns weiter auf den Weg zu unserem Quartier in Namur, der Hauptstadt der Wallonie. Nach dem Bezug unserer Zimmer blieb noch genug Zeit, für einen kleinen Spaziergang in der untergehenden Abendsonne entlang der Maas, bevor wir im Hotel das Abendessen einnahmen.  

Am Tag darauf fuhren wir nach dem Frühstück nach Waterloo. Hier begrüßten uns eine sanfte Hügellandschaft, die längst einen friedlichen Schleier aus landwirtschaftlichen Nutzflächen über eines der berühmtesten Schlachtfelder der Geschichte gelegt hat.  Hier erfuhr Napoleon im Jahr 1815 seine bitterste Niederlage. Im Zuge seiner Flucht und als Eingeständnis seiner Niederlage dankte Napoleon am 22. Juni ab. Danach wurde er auf die mitten im südlichen Atlantik liegende Insel St. Helena verbannt.  Die Gedenkstätte beim Schlachtfeld lieferte die wichtigen Hintergrundinformationen zu diesem, für das heutige Europa wichtigem Ereignis. Vom künstlich errichteten Löwenhügel kann das ganze Areal überschaut werden. Im Nebengebäude konnten wir das Panorama des Schlachtfeldes besichtigen und uns im Kino Filmszenen zur Schlacht ansehen.

 

Nun ging es friedlicher, aber trotzdem geschichtlich wichtig, weiter. In Brüssel, der belgischen Hauptstadt, die auch Sitz der Europäischen Union ist,  wurden wir wieder zu allen Sehenswürdigkeiten geführt. Die Innenstadt selbst war von belgischen und türkischen Fußballfans belagert. Beide Gruppen zogen mit Fahnen und Gesängen durch die Stadt. In einem typisch belgischen Restaurant mitten in der Altstadt nahmen wir dann unser Abendessen zu uns. Nach der Rückkehr im Hotel in Namur war dann sogar noch Gelegenheit, in einer nahen Bar das Länderspiel Belgien – Türkei zu verfolgen. Rechte Freude über das Unentschieden kam bei den Belgiern aber nicht auf.

Am 3. Reisetag begleitete uns unser Reiseleiter Jacques den ganzen Tag entlang der Maas. In Namur zeigte er uns die Altstadt mit der Kathedrale und die Zitadelle. Weiter ging es dann die Maas entlang nach Dinant, der Heimat von Adolphe Sax. Der Instrumentenbauer Sax entwickelte um 1840 ein völlig neuartiges Musikinstrument, d as Saxophon. In Dinant, das von mächtigen Felswänden im Maas-Tal eingezwängt wird, besichtigten wir die nächste Kathedrale. Hier konnten wir uns auch in den vielen kleinen Restaurants für die folgende Schifffahrt auf der Maas zum Schloss Freyr, stärken. Mit dem Schiff fuhren wir vorbei an steil aufragenden Felsen das Maas-Tal hinab zum Schloss Freyr. Dieses Schloss mit seinen wundervoll geschmückten Räumen und Kapelle ist noch bestens erhalten. Vor allem der Garten mit den über 300 Jahren alten Orangenbäumen beeindruckte uns.

Am nächsten Tag hieß es schon wieder Abschied nehmen von Namur. Doch noch wartete ein weiterer Höhepunkt unserer Reise auf uns. Das in den Ardennen gelegene Han sur Lesse. Das Flüsschen Lesse verschwindet hier unter einem Berg und tritt nach 3 km wieder zu Tage. Mit einer 1906 gebauten Straßenbahn fuhren wir um den Berg herum zum Höhleneingang, von wo aus wir unsere unterirdische Wanderung begannen. Vorbei an Stalaktiten und Stalagmiten, bezaubernden Konstellationen von Kalkvorhängen, Kuppeln, dem Domsaal und der fantastischen Höhlenpracht zum unterirdischen Fluss, dem wir dann bis zum Höhlenausgang folgten. Beeindruckt von diesem unterirdischen Flusslauf, der durch Verwerfungen bei Erdbeben und Senkungen entstanden ist und durch eindringendes Oberflächenwasser geformt wurde, traten wir den weiteren Heimweg an.

Nachdem wir Brüssel, einer der europäischen Verwaltungssitze, besucht hatten, durfte auf dem Rückweg eine weitere für Europa wichtige Stätte nicht fehlen. Im kleinen Städtchen Schengen, im Dreiländereck Deutschland, Luxemburg und Frankreich wurde das Abkommen über den freizügigen Reiseverkehr unterzeichnet.

Reich an neuen Eindrücken dieser wieder einmal spannenden und interessanten Reise des Volks-Chors stärkten wir uns zum Abschluss in der gemütlich gestalteten ehemaligen Scheune in Bürstadt.
 

Unser Dank gilt wieder den Organisatoren der Reise Herrn Ronald Stoll und Herrn Eberhard Steinmann vom ES-Touristik in Bammental.                               JM