Vereinsausflug 2012


Vereinsausflug ins Chiemgau und Umgebung

Gespannt wurden bereits Tage vorher die Wetterberichte für die Tage vom 7. bis 10. Juni für das Chiemgau und Salzburg beobachtet. Für unseren Ausflug waren die Wettervorhersagen nicht gerade erfreulich. Trotzdem machte sich wieder eine Schar Vereinsmitglieder und Freunde des Vereins auf zur Tour ins Chiemgau und Umgebung.
Um es gleich vorweg zu nehmen: Nicht zutreffende Wettervorhersagen sind manchmal auch erfreulich! Das Wetter zeigte sich bei fast allen Stationen unserer diesjährigen Reise von der besten Seite.

Die erste Station führte uns nach Augsburg, der alten Reichsstadt, die 15 v. Chr. vom röm. Kaiser Augustus gegründet wurde. Unter König Otto I. wurden die Ungarn, die damals ganz Bayern mit ihren berittenen Horden verwüsteten, im Jahre 955 bei der „Schlacht auf dem Lechfeld“ vernichtend geschlagen. Diese Schlacht gilt auch als „Geburtsstunde“ Deutschlands.

Augsburg: Die Fuggerei

Der Beiname Fuggerstadt geht auf die Gründung der ersten Sozialsiedlung weltweit durch "Jakob Fugger der Reiche" im Jahr 1521 zurück.


Augsburg: Der Perlach-TurmHier begann auch unser Stadtrundgang, der uns durch diese abgeschlossene und auch heute noch bewohnte Siedlung führte. Von unserer Reiseleiterin erfuhren wir die Gründe für den Bau dieser Wohnungen und die Voraussetzungen, die zum Bezug erforderlich waren. Augsburg: Der Lech-KanalDie Wohngrundrisse sind selbst für heutige Bedürfnisse noch ausreichend und waren für die damaligen Verhältnisse trotz günstigster Mieten üppig. Weiter ging es dann in die nicht minder interessante Altstadt von Augsburg. Neben den Informationen zum Rathaus, dem Perlachturm mit St. Peter, dem Wahrzeichen der Stadt, dem Fuggerschen Stadtpalast erfuhr man auch viel Interessantes zum Handwerk, das von den Flüssen Lech und Wertach, die im Stadtgebiet in Kanäle aufgeteilt wurden, mit Energie und Wasser versorgt wurde. In der anschließenden Freizeit nutzten einige noch die Gelegenheit, den Augsburger Dom, der über das mit zahlreichen Steinmetzarbeiten verzierte Südportal betreten wird, zu besichtigen. Im Innern findet man dann einen prachtvollen Umlaufchor und die romanische Ostkrypta und Westkrypta.

Unser Hotel Seiserhof und SeiseralmNachdem alle ihren Wissens- oder leiblichen Durst gestillt hatten, machten wir uns auf zu unserem Quartier, dem Hotel Seiserhof und Seiseralm in Bernau beim Chiemsee. Von dem auf einem Hochplateau gelegene Hotel bot sich uns ein herrlicher Anblick über die satt grünen Wiesen hinaus zum Chiemsee.

Nach der Zimmerverteilung und dem Bezug der Zimmer trafen wir uns wieder zum gemütlichen gemeinsamen Abendessen.

SalzburgAm nächsten Tag fuhren wir zur Geburtsstadt von Wolfgang Amadeus Mozart, Salzburg an der Salzach. Auch hier bekamen wir wieder eine fundierte Führung durch die Altstadt, bei der die historischen Besonderheiten ausführlich erklärt wurden und die bedeutendsten Gebäude und Plätze der Stadt, der Mozartplatz, der Domplatz mit der Mariensäule, der Salzburger Dom und vieles mehr besichtigt werden konnte. Salzburg: Mozart GeburtshausAuch wichtige Informationen zu den Salzburger Festspielen, dem Geburtshaus von Mozart, der Margarethenkapelle mit dem umgebenden Friedhof und den darüber liegenden im steilen Fels eingelassenen St. Peter Katakomben wurden gegeben.Salzburg: Garten beim Schloss Mirabell

 

 

 

 

 

 

 

Bevor es nun wieder weiterging, konnte jeder noch nach seinen eigenen Interessen die Stadt weiter erkunden. Bei strahlendem Sonnenschein bot sich an, beim Schloss Mirabell die herrlich gepflegten Gärten, den Mirabellgarten und den Kurgarten, der an diesem Tag ausgiebig von Hochzeitsfotografen genutzt wurde, zu bewundern. Auch blieb noch genügend Zeit, in den Altstadtgassen ein gemütliches Mittagessen zu sich zu nehmen.
Eine weitere Salzburger Besonderheit, den „Salzburger Schnürlregen“, hatte an diesem Tag niemand vermisst.

 

Enzian-BrennkesselGestärkt am Leib und Geist brachen wir auf, um weiteres geistiges Wissen in uns auf zu saugen. Die Enzianbrennerei Grassl in Berchtesgaden stand auf dem Programm. Nach einer Einführung zum Brennvorgang von der Enzianmaische über den Grob- und Feinbrand zur fertigen Alm Brennhütte Köstlichkeit, sowie einem Film, der das Ausgraben der Enzianwurzel auf den Almwiesen und deren mühsamen Verarbeitung in den Brennhütten auf der Alm zeigte, kamen wir zur erwarteten Verkostung der verschiedenen Angebote der Schnapsbrennerei. Natürlich nutzten viele auch die Gelegenheit, sich mit Enzian und anderem Hochprozentigem einzudecken. Direkt daneben bot eine originale Brennhütte, die vor Jahren noch auf der Alm stand und hier wieder aufgebaut wurde, Einblick in das Leben der Enzianbrenner.


Auch die Rückfahrt zum Hotel wurde zum Erlebnis. Wir fuhren über die Rossfeld-Panoramastraße zurück. Rossfeld Panoramastrasse
Diese höchst gelegene Panoramstraße (1570m) Deutschlands, die im Jahre 1937 bis 1940 erbaut wurde, führte uns in die hochalpine Bergwelt des Berchtesgadener Land. An der höchsten Stelle bot sich uns ein überwältigender Rundblick über die deutsche und österreichische Bergwelt. Der Blick reichte von Salzburg in der Tiefe, über den Untersberg , dem Kehlsteinhaus bis zum Hoher Göll. Beeindruckt von dieser Hochalpinen Straße, die sich in engen Kehren an die steilen Berge schmiegt, machten wir noch einen kurzen Halt am Informationszentrum Obersalzberg. Dort bot sich die Gelegenheit einen kurzen Blick auf die unrühmliche Geschichte des Nationalsozialismuses zu werfen. Der Obersalzberg wurde 1923 als Feriendomizil von Hitler genutzt und nach 1933 zum zweiten Regierungssitz neben Berlin ausgebaut. Heute ist es ein Lern- und Erinnerungsort und dient der Aufarbeitung der NS-Vergangenheit, mit der auch der Volks-Chor schlechte Erfahrungen gemacht hatte.
Auch an diesem Tag ließen wir den Tag mit einem gemeinsamen Abendessen ausklingen. Jedoch merkte man, dass bei einigen Mitreisenden eine gewisse Unruhe aufkam. Der Kern der Unruhe war aber schnell geklärt: Wo steht im Hotel der größte Fernseher? An diesem Abend startete nämlich die EM2012.

Der Dritte Tag bot für unsere Biathlon-Fans einen ganz besonderen Leckerbissen.
Im Jahr 2010 wurde das Biathlonzentrum in Ruhpolding neu gestaltet und aufwändig zur Chiemgau-Arena zur weltbesten Trainingsstätte für Biathleten umgebaut. Mit seinen Schneelagern und Streckensimulationen bietet es ganzjährig beste Trainingsgelegenheiten. Bei unserem Besuch war auch wieder reger Betrieb auf der Strecke und dem Schießstand. Unser Reiseleiter, ein Sportfan, führte uns auch noch zur Max Aichner Arena, nach Inzell, der modernsten Eisschnelllaufhalle der Welt. Die Schilderung der technischen Daten, von der Pfahlgründung bis zum High-Techdach und der Eiserzeugung war beeindruckend. Nach diesen aktuellsten Bauwerken besichtigten wir nun wieder Historisches.
In Traunstein der Salzsieder-Stadt machten wir Halt und widmeten uns der Geschichte der Stadt. Bedeutung erreichte die Stadt ab dem Jahr 1619. Damals wurde die Salzsiederei noch in Bad Reichenhall betrieben, konnte aber wegen Holzmangel nicht mehr wirtschaftlich durchgeführt werden.

 

 

 


Von 1617 bis 1619 wurde deshalb eine Soleleitung mittels Holzrohren über 30 km von Bad Reichenhall ins waldreiche Traunstein gebaut. Dieser wichtige Wirtschaftszweig brachte der Stadt dann großen Wohlstand.
In der neueren Geschichte sind die Traunsteiner besonders Stolz darauf, dass in der Pfarrkirche St. Oswald Pabst Benedikt XVI. zum Priester geweiht wurde.


Schloss HerrenchiemseeWeiter führte uns nun die Fahrt zum bayrischen Meer, dem Chiemsee. Von Prien aus setzten wir mit dem Boot über zur Insel Herrenchiemsee. Auf Herrenchiemsee boten sich zwei Führungen an, durch Augustiner-Chorherrenstift im altem Schloss mit den Prunksälen und dem Museum oder durch das neue Schloss Herrenchiemsee. Das neue Schloss Herrenchiemsee sollte ein Abbild von Versailles werden. Der „Märchenkönig“ Ludwig II. verehrte den französischen König und wollte ihm nacheifern. Dementsprechend sind die Räume prunkvoll ausgestattet. Angefangen vom Prunktreppenhaus, über verschiedene Vorzimmer, Schlafzimmer bis zum großen Spiegelsaal und dem überdimensionierten Bad, alle mit edelsten Materialien ausgestattet, kann man nachvollziehen, dass der König einen gewaltigen Schuldenberg anhäufte. Genießen konnte er es selbst nicht lange, da er nur wenige Tage auf dem Schloss verbrachte. Blick hinüber zur FraueninselGeblendet von soviel Prunk traten wir wieder die Rückfahrt zum Hotel an. Auch an diesem Abend wurde im Hotel zu Abend gegessen. Auch die nervösen Gesichter vom Vorabend waren entspannter. Der Fernsehraum im Hotel war gefunden. Und nachdem der Volks-Chor die UEFA darauf hingewiesen hatte, dass das Deutschland-Portugal-Spiel erst nach dem Abendessen stattzufinden hat, konnten wir uns auch alle dem Spiel und dem Sieg widmen.

Der letzte Reisetag brach an und führte uns in die Bavaria-Filmstudios in München. Die Führung über das Gelände mit den Kulissen für berühmte Filme und Serien, sowie durch die Studios, in denen die Requisiten der vergangenen Produktionen wie „Das Boot“ aufgebaut waren, beeindruckte uns. Auch wie beliebte Serien produziert werden, konnte man verfolgen und auch selbst miterleben.


Einige Filmszenen wurden von Mitgliedern unserer Gruppe nachgespielt. Während der Mittagszeit war noch ein Besuch der Münchner Innenstadt angesagt. Dort lockten die urigen Bierlokale zum Mittagstisch.
Aber schließlich hieß es doch Abschied nehmen von Bayern, dem Ziel unseres diesjährigen Vereinsausflugs. Die Heimfahrt führte uns zum Abendessen noch am Regionalmarkt Hohenlohe vorbei und dann schnurstracks zurück nach Bammental.

 

Nun bleibt uns nur noch den Organisatoren zu danken: Herrn Ronald Stoll für die Vorbereitung des Reiseprogramms und Herrn Eberhard Steinmann von ES-Touristik Bammental für die perfekte Planung, Organisation und die sichere Fahrt mit dem Reisebus.                     JM